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Zurück im Kiez

Gemeinsam mit unserem Schwesterprojekt Neu Start Arbeit waren wir wieder einmal im Stadtteil unterwegs, um unsere Netzwerkarbeit voranzutreiben, Multiplikator:innen im Sozialraum für das Thema geringe Literalität zu sensibilisieren und die Sichtbarkeit unserer Beratungs- und Lernangebote zu erhöhen. Mit dabei hatten wir auch neu entwickelte Broschüren, Postkarten und Flyer beider Projekte, die wir im Zuge des aufsuchenden Stadtteilrundgangs an bereits bekannten, aber auch an bisher unerschlossenen Orten verteilt haben: Supermärkte, diverse Tauschboxen, Jobcenter und verschiedene Sozialeinrichtungen standen dabei im Fokus des Besuchsprogramms. Insbesondere die Sensibilisierungsgespräche mit Mitarbeitenden verschiedener Beratungsstellen und Sozialeinrichtungen sind unter dem Gesichtspunkt der Netzwerkpflege und Kooperationsarbeit immer wieder von großem Wert, da sie einen persönlichen Bezugspunkt schaffen, wodurch informelle Absprachewege u.a. zum wechselseitigen Verweisen in die jeweiligen Angebote ermöglicht werden. Wir sind gespannt auf die Effekte der aufsuchenden Präsenz im Kiez und hoffen, dass auch das Engagement der Multiplikator:innen abermals als wichtige Brücke dient, um Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten für unsere Beratungs- und Lernangebote zu motivieren!

Infobrief 8 ist erschienen

Seit unserem letzten Infobrief haben wir vieles in den Handlungsfeldern „Netzwerk und Öffentlichkeitsarbeit“, „Grundbildungsberatung“ und „Lernräume öffnen“ angeschoben, um die Zielsetzungen unseres Transferprojekts Neu Start St. Pauli 360° voran zu bringen. Entlang dieser drei Handlungsfelder skizzieren wir im aktuellen Infobrief daher die wesentlichen Aktivitäten der ersten Projektmonate. Zudem  informieren wir, wie gewohnt, zu ausgewählten Neuigkeiten aus dem Projekt und auch darüber hinaus.

Viel Spaß beim Lesen!

Sensibilisierung von Studierenden für das Thema geringe Literalität

Bisher haben wir unsere kostenfreien Sensibilisierungs-Workshops zum Thema „Geringe Literalität und ihre Erscheinungsformen in der Arbeits- und Alltagswelt“ schwerpunktmäßig mit Einrichtungen der Sozialen Arbeit, Bildungsträgern und Behörden durchgeführt. Neuerdings sind wir auch gezielt auf verschiedene Hochschulen zugegangen, um insbesondere Studierenden in Studiengängen der Erziehungswissenschaft und Sozialen Arbeit – die in Zukunft Mitarbeitende mit potenziellen Berührungspunkten zu gering literalisierten Erwachsenen sein werden – praxisrelevantes Wissen und Bewusstsein zu geringer Literalität zu vermitteln. Erste Veranstaltungen im Rahmen von Seminaren und Vorlesungen an der Universität Hamburg und der Medical School Hamburg haben wir bereits durchgeführt. Inhaltlich wurden dabei u.a. allgemeines Hintergrundwissen zum Thema, Sensibilisierung mittels Selbsterfahrungsübungen, Strategien der Betroffenen, institutionelle Handlungsmöglichkeiten im Sinne barrierefreierer Kommunikation sowie Beratung im Grundbildungsbereich als Themenaspekte miteinander verzahnt. Wir freuen uns, eine relevante neue Zielgruppe für Sensibilisierungsmaßnahmen erschlossen zu haben und weitere Termine sind vorgesehen!

Zielgruppengerecht gestaltete Postkarten zur Grundbildungsberatung

Um auf unser kostenloses Grundbildungs-Beratungsangebot auch außerhalb unserer bereits vorhandenen Netzwerk-Strukturen in bündiger und visuell ansprechender Form aufmerksam zu machen, haben wir zwei neue Postkarten entwickelt. Beide sind in Bezug auf den Aufbau und die Sprache zielgruppengerecht gestaltet, wobei es zum einen ein deutschsprachiges Hochformat und zum anderen ein Querformat gibt, welches als mehrsprachige Version erprobt wird. Letzteres ist bereits erfolgreich zum Einsatz gekommen, als wir im Mai zusammen mit dem ALFA-Mobil einen Infostand auf dem Marktplatz in Billstedt und auf dem Hein-Köllisch-Platz im Stadtteil St. Pauli veranstaltet haben. Demnächst werden wir die neuen Printmaterialien auch im Zuge unserer Stadtteilrundgänge im Kiez verteilen, worauf wir uns schon sehr freuen!

„Bedarfslücken durch Einzelförderung schließen“: Fachartikel im aktuellen ALFA-Forum erschienen

Die Chancen und Herausforderungen der Einzelförderung als Format für die Grundbildung Erwachsener beschäftigen uns gemeinsam mit den lebensweltorientierten AlphaDekade-Projekten GruKiTel und 1zu1Basics schon seit längerem. Nun ist ein Artikel dazu im aktuellen ALFA-Forum erschienen, der das Thema insbesondere mit dem Fokus auf subjektive Bedürfnisse der Zielgruppe und vorhandene Zugangsbarrieren beleuchtet. Nachfolgend können Sie den Artikel im PDF-Format herunterladen. Viel Spaß beim Lesen!

In Aktion mit dem ALFA-Mobil

Vergangenen Donnerstag war es soweit: Bei frühlingshaften Temperaturen war das bundesweit agierende ALFA-Mobil bei uns zu Gast und wir konnten zahlreiche Menschen im Zuge einer Öffentlichkeitsaktion zu geringer Literalität bei Erwachsenen ansprechen und informieren. Zwischen 11 und 13 Uhr waren wir im Hamburger Stadtteil Billstedt gemeinsam mit unserem Schwesterprojekt Neu Start Arbeit und Vertreterinnen der Hamburger Volkshochschule auf dem dortigen Marktplatz anzutreffen. Es wurden viele offene Gespräche zum Thema geführt und auch konkrete Beratungstermine mit Menschen angeschoben, die selbst Bedarfe bei der Verbesserung ihrer Lese- und Schreibkompetenzen sehen.

Am Nachmittag waren wir dann auf dem Hein-Köllisch-Platz im Stadtteil St. Pauli zugegen, wo es fußläufig nicht nur den Hafen, sondern auch mehrere Sozialeinrichtungen gibt, mit denen wir bereits im Rahmen der Netzwerkarbeit des Vorgängerprojekts Neu Start St. Pauli zusammengearbeitet haben. Neben der Sensibilisierung zum Thema am Stand vom ALFA-Mobil haben wir die Gelegenheit im Kiez auch aufsuchend genutzt, um Mitarbeiter:innen in einigen Kneipen und Cafés zu informieren und dort unser branchenspezifisches Bierdeckel-Ansprache-Format mit Kontaktinfos zu hinterlegen. Bei der Aktion wurden wir auch von im Alpha-Team organisierten Lernenden sowie von Azubis der Hanseatic Bank unterstützt, die sich für Alphabetisierung und Grundbildung engagieren. Vielen Dank an das Team vom ALFA-Mobil für den gelungenen Einsatz!

Der Sammelband „Grundbildung in der Lebenswelt verankern“…

…ist druckfrisch sowohl in Buchform als auch zum kostenfreien Download erschienen. Die Autorinnen und Autoren zeigen wissenschaftliche, praxisbezogene und politische Perspektiven zu verschiedenen Aspekten der lebensweltorientierten Grundbildung auf. Auch wir haben unsere Erfahrungen und Erkenntnisse in den Kapiteln zu „Ansprache, Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit“ sowie „Lernsettings und Lernorte“ in Form mehrerer Artikel beigesteuert. Nähere Infos zum Sammelband und die Möglichkeit zur Buchbestellung bzw. zum Download finden Sie auf der Website des wbv-Verlags: Klick!

Leichte Sprache beim FC St. Pauli

Im Rahmen des Projekts „Klartext St. Pauli“ ist der FC St. Pauli aktuell u.a. dabei die eigenen Medien hinsichtlich barrierefreierer Kommunikation anzupassen, um mehr Menschen die Teilhabe an den Aktualitäten des Vereins zu ermöglichen. Mehrere Maßnahmen (wie z.B. die Vorstellung des Profi-Teams in Gebärdensprache bei Heimspielen und die Einbettung der Assistenzsoftware Eye Able auf der Homepage) wurden dazu bereits umgesetzt und weitere sind bereits auf den Weg gebracht worden. Vor ein paar Tagen wurde nun der erste Vorbericht in Leichter Sprache zum Spiel gegen den SV Sandhausen auf der Website des Vereins veröffentlicht. Wir sind in die Übersetzung und Prüfung der leicht lesbaren Texte involviert und haben den aktuellen Text in Zusammenarbeit mit einem Lernenden auf Lesbarkeit hin geprüft. Zum Vorbericht in Leichter Sprache geht es hier: Klick!

Virtuelles Vernetzungstreffen der lebensweltlichen AlphaDekade-Projekte

Vergangenen Mittwoch war es wieder soweit: Die Koordinierungsstelle der AlphaDekade hatte eingeladen und bundesweit ansässige Projekte aus dem Förderschwerpunkt der lebensweltorientierten Grundbildung tauschten sich via Online-Format zu verschiedenen fachlichen Themen und Herausforderungen aus. Eine perspektivische Herausforderung für viele der vertretenen Projekte – die sich allesamt bereits in der zweiten Förderphase und damit im Transfer befinden – bildete dabei die Frage, wie sich die gewonnenen Erkenntnisse sowie die aufgebauten Angebots- und Netzwerkstrukturen lokal verstetigen lassen, damit diese auch nach Abschluss der Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung wirksam bleiben. Inhaltlich eng daran geknüpft war das Ausloten von tragfähigen Finanzierungsmodellen in Kooperation mit sozialräumlichen, behördlichen und politischen Akteuren. Je nach Bundesland  waren dabei sehr unterschiedliche Modalitäten der Förderpraxis festzustellen und auch die zuerkannte Relevanz des gesellschaftlichen Themas geringe Literalität variiert sehr stark von Bundesland zu Bundesland. Darüber hinaus wurde in mehreren spezifischen Themenräumen u.a. über ehrenamtliches Engagement, Quartiers- und Sozialraumarbeit, Familiengrundbildung und Teilhabe durch lebensweltorientierte Grundbildung diskutiert und auch die ein oder andere Möglichkeit zur projektübergreifenden Zusammenarbeit identifiziert. Vielen Dank an die Koordinierungsstelle für die Organisation des Vernetzungstreffens und an alle Beteiligten für den regen Austausch!

Was bisher geschah…Teil 3: Lernräume öffnen und gestalten

Wir knüpfen an unsere im Sozialraum bereits erprobten Lernangebote an. Auf großes Interesse sind unsere offenen Lerntreffs im Vorgängerprojekt gestoßen. Sie wurden von den Lerner:innen intensiv zum Selbstlernen genutzt und haben sich als lernförderlich auf den individuellen Lernpfaden bewährt. Die Lerner:innen haben den Wunsch, diese Angebotsform dauerhaft nutzen zu können.

Konkret geht es um die Weiterentwicklung eines flankierenden Lernangebots, in dem systematisch an den eigenen Lernzielen im Lesen und Schreiben gearbeitet werden kann und darf, und um die Schaffung eines Lernrahmens, der von den Lerner:innen flexibel genutzt werden kann, um das Selbstlernen zu trainieren. Dabei hat die Erprobung gezeigt, dass besonders auch Lernende, die noch ganz am Anfang stehen, einen Mehrwert im Angebotsformat für sich entdecken und dass das „Lernen lernen“, eng gekoppelt an den Schriftspracherwerb, den Lernprozess fördert. Dazu werden passende Lernwerkzeuge benötigt. An diesen arbeiten wir im Moment, um ein systematisches Üben und Wiederholen, zeitlich flexibel, in selbst gewählter Sozialform und Intensität, angepasst an die jeweilige Lernausgangslage, zu unterstützen. Um die Akzeptanz der Lernwerkzeuge und der strukturierten Lernsequenzen bei der Zielgruppe auch weiterhin sicherzustellen, bewerten und prüfen unsere Lerner:innen derzeit die Weiterentwicklungen u.a. auf: Nutzerfreundlichkeit, Passung zum Lernbedarf, Funktionalität und Spaßfaktor beim Lernen.