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Zielgruppengerecht gestaltete Postkarten zur Grundbildungsberatung

Um auf unser kostenloses Grundbildungs-Beratungsangebot auch außerhalb unserer bereits vorhandenen Netzwerk-Strukturen in bündiger und visuell ansprechender Form aufmerksam zu machen, haben wir zwei neue Postkarten entwickelt. Beide sind in Bezug auf den Aufbau und die Sprache zielgruppengerecht gestaltet, wobei es zum einen ein deutschsprachiges Hochformat und zum anderen ein Querformat gibt, welches als mehrsprachige Version erprobt wird. Letzteres ist bereits erfolgreich zum Einsatz gekommen, als wir im Mai zusammen mit dem ALFA-Mobil einen Infostand auf dem Marktplatz in Billstedt und auf dem Hein-Köllisch-Platz im Stadtteil St. Pauli veranstaltet haben. Demnächst werden wir die neuen Printmaterialien auch im Zuge unserer Stadtteilrundgänge im Kiez verteilen, worauf wir uns schon sehr freuen!

„Bedarfslücken durch Einzelförderung schließen“: Fachartikel im aktuellen ALFA-Forum erschienen

Die Chancen und Herausforderungen der Einzelförderung als Format für die Grundbildung Erwachsener beschäftigen uns gemeinsam mit den lebensweltorientierten AlphaDekade-Projekten GruKiTel und 1zu1Basics schon seit längerem. Nun ist ein Artikel dazu im aktuellen ALFA-Forum erschienen, der das Thema insbesondere mit dem Fokus auf subjektive Bedürfnisse der Zielgruppe und vorhandene Zugangsbarrieren beleuchtet. Nachfolgend können Sie den Artikel im PDF-Format herunterladen. Viel Spaß beim Lesen!

In Aktion mit dem ALFA-Mobil

Vergangenen Donnerstag war es soweit: Bei frühlingshaften Temperaturen war das bundesweit agierende ALFA-Mobil bei uns zu Gast und wir konnten zahlreiche Menschen im Zuge einer Öffentlichkeitsaktion zu geringer Literalität bei Erwachsenen ansprechen und informieren. Zwischen 11 und 13 Uhr waren wir im Hamburger Stadtteil Billstedt gemeinsam mit unserem Schwesterprojekt Neu Start Arbeit und Vertreterinnen der Hamburger Volkshochschule auf dem dortigen Marktplatz anzutreffen. Es wurden viele offene Gespräche zum Thema geführt und auch konkrete Beratungstermine mit Menschen angeschoben, die selbst Bedarfe bei der Verbesserung ihrer Lese- und Schreibkompetenzen sehen.

Am Nachmittag waren wir dann auf dem Hein-Köllisch-Platz im Stadtteil St. Pauli zugegen, wo es fußläufig nicht nur den Hafen, sondern auch mehrere Sozialeinrichtungen gibt, mit denen wir bereits im Rahmen der Netzwerkarbeit des Vorgängerprojekts Neu Start St. Pauli zusammengearbeitet haben. Neben der Sensibilisierung zum Thema am Stand vom ALFA-Mobil haben wir die Gelegenheit im Kiez auch aufsuchend genutzt, um Mitarbeiter:innen in einigen Kneipen und Cafés zu informieren und dort unser branchenspezifisches Bierdeckel-Ansprache-Format mit Kontaktinfos zu hinterlegen. Bei der Aktion wurden wir auch von im Alpha-Team organisierten Lernenden sowie von Azubis der Hanseatic Bank unterstützt, die sich für Alphabetisierung und Grundbildung engagieren. Vielen Dank an das Team vom ALFA-Mobil für den gelungenen Einsatz!

Der Sammelband „Grundbildung in der Lebenswelt verankern“…

…ist druckfrisch sowohl in Buchform als auch zum kostenfreien Download erschienen. Die Autorinnen und Autoren zeigen wissenschaftliche, praxisbezogene und politische Perspektiven zu verschiedenen Aspekten der lebensweltorientierten Grundbildung auf. Auch wir haben unsere Erfahrungen und Erkenntnisse in den Kapiteln zu „Ansprache, Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit“ sowie „Lernsettings und Lernorte“ in Form mehrerer Artikel beigesteuert. Nähere Infos zum Sammelband und die Möglichkeit zur Buchbestellung bzw. zum Download finden Sie auf der Website des wbv-Verlags: Klick!

Leichte Sprache beim FC St. Pauli

Im Rahmen des Projekts „Klartext St. Pauli“ ist der FC St. Pauli aktuell u.a. dabei die eigenen Medien hinsichtlich barrierefreierer Kommunikation anzupassen, um mehr Menschen die Teilhabe an den Aktualitäten des Vereins zu ermöglichen. Mehrere Maßnahmen (wie z.B. die Vorstellung des Profi-Teams in Gebärdensprache bei Heimspielen und die Einbettung der Assistenzsoftware Eye Able auf der Homepage) wurden dazu bereits umgesetzt und weitere sind bereits auf den Weg gebracht worden. Vor ein paar Tagen wurde nun der erste Vorbericht in Leichter Sprache zum Spiel gegen den SV Sandhausen auf der Website des Vereins veröffentlicht. Wir sind in die Übersetzung und Prüfung der leicht lesbaren Texte involviert und haben den aktuellen Text in Zusammenarbeit mit einem Lernenden auf Lesbarkeit hin geprüft. Zum Vorbericht in Leichter Sprache geht es hier: Klick!

Virtuelles Vernetzungstreffen der lebensweltlichen AlphaDekade-Projekte

Vergangenen Mittwoch war es wieder soweit: Die Koordinierungsstelle der AlphaDekade hatte eingeladen und bundesweit ansässige Projekte aus dem Förderschwerpunkt der lebensweltorientierten Grundbildung tauschten sich via Online-Format zu verschiedenen fachlichen Themen und Herausforderungen aus. Eine perspektivische Herausforderung für viele der vertretenen Projekte – die sich allesamt bereits in der zweiten Förderphase und damit im Transfer befinden – bildete dabei die Frage, wie sich die gewonnenen Erkenntnisse sowie die aufgebauten Angebots- und Netzwerkstrukturen lokal verstetigen lassen, damit diese auch nach Abschluss der Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung wirksam bleiben. Inhaltlich eng daran geknüpft war das Ausloten von tragfähigen Finanzierungsmodellen in Kooperation mit sozialräumlichen, behördlichen und politischen Akteuren. Je nach Bundesland  waren dabei sehr unterschiedliche Modalitäten der Förderpraxis festzustellen und auch die zuerkannte Relevanz des gesellschaftlichen Themas geringe Literalität variiert sehr stark von Bundesland zu Bundesland. Darüber hinaus wurde in mehreren spezifischen Themenräumen u.a. über ehrenamtliches Engagement, Quartiers- und Sozialraumarbeit, Familiengrundbildung und Teilhabe durch lebensweltorientierte Grundbildung diskutiert und auch die ein oder andere Möglichkeit zur projektübergreifenden Zusammenarbeit identifiziert. Vielen Dank an die Koordinierungsstelle für die Organisation des Vernetzungstreffens und an alle Beteiligten für den regen Austausch!

Was bisher geschah…Teil 3: Lernräume öffnen und gestalten

Wir knüpfen an unsere im Sozialraum bereits erprobten Lernangebote an. Auf großes Interesse sind unsere offenen Lerntreffs im Vorgängerprojekt gestoßen. Sie wurden von den Lerner:innen intensiv zum Selbstlernen genutzt und haben sich als lernförderlich auf den individuellen Lernpfaden bewährt. Die Lerner:innen haben den Wunsch, diese Angebotsform dauerhaft nutzen zu können.

Konkret geht es um die Weiterentwicklung eines flankierenden Lernangebots, in dem systematisch an den eigenen Lernzielen im Lesen und Schreiben gearbeitet werden kann und darf, und um die Schaffung eines Lernrahmens, der von den Lerner:innen flexibel genutzt werden kann, um das Selbstlernen zu trainieren. Dabei hat die Erprobung gezeigt, dass besonders auch Lernende, die noch ganz am Anfang stehen, einen Mehrwert im Angebotsformat für sich entdecken und dass das „Lernen lernen“, eng gekoppelt an den Schriftspracherwerb, den Lernprozess fördert. Dazu werden passende Lernwerkzeuge benötigt. An diesen arbeiten wir im Moment, um ein systematisches Üben und Wiederholen, zeitlich flexibel, in selbst gewählter Sozialform und Intensität, angepasst an die jeweilige Lernausgangslage, zu unterstützen. Um die Akzeptanz der Lernwerkzeuge und der strukturierten Lernsequenzen bei der Zielgruppe auch weiterhin sicherzustellen, bewerten und prüfen unsere Lerner:innen derzeit die Weiterentwicklungen u.a. auf: Nutzerfreundlichkeit, Passung zum Lernbedarf, Funktionalität und Spaßfaktor beim Lernen.

Was bisher geschah…Teil 2: Grundbildungsberatung

Die Segel gesetzt und die Anker gelichtet! So könnte man die Arbeit der ersten Monate im Handlungsfeld Grundbildungsberatung umschreiben. Da sich unser lokales Netzwerk, sehr zu unserer Freude, schon mit neuen Beratungsanfragen an uns gewendet hat, gab es einen nahtlosen Beratungsübergang vom Vorgängerprojekt zum Transferprojekt. Gleichzeitig konnten wir auf diesem Weg auch bereits frühzeitig erste neue Ansätze unserer überarbeiteten Grundbildungsberatung in der Praxis erproben.

Konzeptionell haben wir unseren bestehenden und erfolgreich erprobten Lernberatungsleitfaden um Fragen zu Wissen und Informationsbeschaffung in den Bereichen Gesundheit, Finanzen und Politik erweitert sowie eine telefonische Beratungsnachverfolgung etabliert. Mit dieser systematischen Nachverfolgung möchten wir den Erfolg einer Erstberatung sicherstellen und den Kontakt mit den Lerninteressierten in der wichtigen Phase des Lerneinstiegs halten. Zudem lässt sich so mehr über eventuelle Übergangs- und Lerneinstiegsbarrieren erfahren und, falls gewünscht, eine weiterführende Beratungsbegleitung anbieten.

Der Fokus in den durchgeführten Beratungen der ersten Monate lag aber nicht immer auf einem Verweis zu einem Lernangebot. In einzelnen Fällen zeigte sich auch dringender Beratungsbedarf für eine Kompetenzstärkung, um gemeinsam einen Weg für einen besseren Umgang mit Lese- und Schreibschwierigkeiten zu finden. Auch eine Beratung zu Selbstlernmaterialien oder eine ausführliche Diagnostik mit dem Ziel einer schriftlichen Teilnahmeempfehlung für einen Lese- und Schreibkurs standen schon im Mittelpunkt von Beratungsanfragen.

Hinsichtlich der Verweismöglichkeiten zu Grundbildungsanbietern ging es in ersten Gesprächen, z.B. mit dem VHS Grundbildungszentrum, darum einen Überblick über die Grundbildungsangebote der jeweiligen Bildungsträger zu erlangen, um diese Informationen in unseren Verweisberatungen zielgruppengerecht bereitstellen zu können. Dies soll auch mittels Handouts geschehen, mit denen die gesammelten Informationen niedrigschwellig zur Verfügung gestellt werden können. Darüber hinaus konnten bereits erste Absprachen getroffen werden, wie gelingende Verweisübergänge von unserer externen Beratung zu den jeweiligen Grundbildungsanbietern sichergestellt werden können.

Sobald die Pandemielage es zulässt, heißt es für unser Beratungsteam dann auch endlich wieder: Hinein in den Stadtteil! Wir planen unterschiedliche Beratungsstellen der Sozialen Arbeit, Behörden und Verwaltungen im Sozialraum aufzusuchen, um unser trägerübergreifendes Beratungsangebot im Stadtteil publik zu machen und gemeinsam mit diesen Einrichtungen zu besprechen, ob und wie das Thema „Alphabetisierung und Grundbildung“ in deren Beratungssettings integriert und verankert werden kann. In der Umsetzung dieses Vorhabens stehen wir dabei auch im intensiven Austausch mit unseren Kooperationspartnern „Haus der Familie“ und „FLAKS“ sowie unserem Schwesterprojekt „Neu Start Arbeit“.

Im nächsten Schritt gilt es nun also Fahrt aufzunehmen und die unterschiedlichen Beratungsakteure des Sozialraums mit ins Grundbildungs-Boot zu holen.

Was bisher geschah…Teil 1: Netzwerk und Öffentlichkeitsarbeit

„Alles fließt…“: In den drei Handlungsfeldern unseres Transferprojekts „Neu Start St. Pauli 360°“ wollen wir Öffentlichkeit schaffen, in der Lebenswelt beraten und Lernräume öffnen. Seit September 2021 sind wir mit frischem Elan dabei und es hat sich bereits vieles entwickelt. Nun möchten wir im Rahmen einer dreiteiligen Reihe den Vorhang zu unseren Handlungsfeldern öffnen und starten mit der Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit.

Im Bereich der Netzwerkarbeit war einer der ersten großen Schritte, das bestehende Netzwerk zu sichten, zu sortieren und u.a. um weitere behördliche und politische Akteure sowie Stiftungen zu erweitern. Auch erste Gesprächstermine mit (potenziellen) Netzwerkeinrichtungen haben bereits stattgefunden, obschon wir geduldig auf die Zeit warten, in der Präsenztermine wieder ohne pandemische Risikoabwägungen vereinbart werden können. Mit unseren beiden offiziellen Kooperationspartnern „Haus der Familie“ und dem Mehrgenerationenhaus „FLAKS“ sind wir im inhaltlichen Austausch zur Konzeption zielgruppengerechter Beratungs- und Lernangebote im Sozialraum. Ebenso wie mit unserem Schwesterprojekt „Neu Start Arbeit“, wobei in diesem Zusammenhang vor allem die Koordinierung der gemeinsamen Netzwerkarbeit und die Schaffung von Synergie-Effekten zwischen der lebensweltlichen und der arbeitsorientierten Projektausrichtung im Fokus stehen.

Entwurf zur Info-Broschüre von „Neu Start St. Pauli 360°“ (Design: Studio IA)

All das erfordert natürlich parallel verlaufende und darauf abgestimmte Aktivitäten im Feld der Öffentlichkeitsarbeit. So haben wir verschiedene regionale und überregionale Veranstaltungsformate geplant, die zum Teil auch schon terminiert sind. Zudem entwickeln wir aktuell neue Print-Medien, die wir zu gegebener Zeit für die Netzwerkakquise und -pflege sowie zur Bewerbung unserer Grundbildungsberatung einsetzen werden. Jenseits von Planung und Konzeption, konnten seit September trotz der pandemischen Umstände auch schon ein paar Öffentlichkeitsaktionen in die Tat umgesetzt werden: Unter anderem wurden ein neu entworfenes Plakat (inklusive einer meinungsstarken Miniatur-Demo) im Zuge eines Stadtteilrundgangs zum Weltalphabetisierungstag an verschiedenen Orten im Sozialraum zur informellen Sensibilisierung genutzt, die Arztpraxen-Kampagne von „Mein Schlüssel zur Welt“ unterstützt, inhaltliche Inputs bei virtuellen Fachtagen in Frankfurt am Main und Berlin gegeben und Sensibilisierungs-Workshops für Einrichtungen der Sozialen Arbeit durchgeführt.

Es gibt viele Ideen und viel zu tun, aber „eins nach dem anderen“ ist wohl der dazu passende Leitsatz. In diesem Sinne öffnet im nächsten Teil erst einmal unser Handlungsfeld der Grundbildungsberatung seine Pforten und gibt einen Einblick in die aktuellen Tätigkeitsschwerpunkte.

Neu Start Arbeit ist gestartet

Die Bürotische sind aufgebaut, das Team hat sich gefunden und die Ideen entfalten sich: „Neu Start Arbeit“, das Schwesterprojekt zu „Neu Start St. Pauli 360°“, hat seine Tätigkeit im arbeitsorientierten Förderschwerpunkt der AlphaDekade seit November 2021 aufgenommen.

Gemeinsam mit dem Kooperationspartner hamburger arbeit sollen arbeitsorientierte Grundbildungsangebote für erwachsene Menschen entwickelt werden, die arbeitsuchend oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Denn: Stellenanzeigen lesen, eine Bewerbung oder einen Lebenslauf schreiben – diese und andere schriftsprachliche Anforderungen stellen für Menschen mit geringer Literalität eine besondere Hürde beim Zugang zu Aus- und Weiterbildung oder zu einer beruflichen Qualifizierung dar. Daher wird „Neu Start Arbeit“ ausgerichtet an den spezifischen Bedarfen dieser Zielgruppe Beratungs- und Lernbausteine erproben, die die (Weiter-) Entwicklung individueller Beschäftigungsfähigkeit ermöglichen. Zudem werden regionale Kooperationsstrukturen relevanter Akteure der Arbeits- und Ausbildungsförderung entwickelt, um die Alphabetisierung und Grundbildung gering literalisierter Erwachsener im System der beruflichen Weiterbildung zu verankern.

Nähere Infos zur inhaltlichen Arbeit werden künftig auf der Website des Projekts zu finden sein, die aktuell aufgebaut wird und auf die wir zu gegebener Zeit an dieser Stelle hinweisen werden.